Mercy ist vermittelt

Ich hatte schon nicht mehr wirklich daran geglaubt, aber nun ist es eingetreten: Mercy hat ein neues Zuhause gefunden. 
Insgesamt hatten wir zwar 2 Interessentinnen aus Deutschland (eine aus der Nähe von Bamberg und eine aus Hamburg), aber irgendwie stand immer etwas im Wege (Suche nach einer passenden Wohnung, wo ein Hund erlaubt ist oder die Frage, "Wie kriegen wir Mercy nach Deutschland?")
So starteten wir erneut eine Plakataktion:


Und siehe da, schon 2 Tage später erreichte uns ein Anruf von Pepe. Er habe viel Platz, sei ein grosser Tierfreund und auf der Suche nach einem grossen Hund. So verabredeten wir uns mit ihm für den folgenden Tag bei uns in San Cayetano.
Am Freitag, den 24.08.2012 um 12:30 Uhr trafen wir uns dann mit Pepe und seinem 10jährigen Sohn Jesús. Für Mercy war es Liebe auf den ersten Blick, was uns schon mal ein gutes Gefühl gab. Wir unterhielten uns über Mercy, die ganzen Umstände, fragten nach, wo und wie sie denn unterkommen würde und da bot er uns an, doch einfach mal mitzukommen, er könne uns das alles auch selbst zeigen, dass wir uns einen Eindruck machen könnten.
Gesagt, getan.
Nach ca. 40 min mit dem Auto waren wir in El Estrecho, bei Balsapintada. Wir wurden dort von Pepes Bruder empfangen, bekamen erst einmal was kühles zu trinken und da alles schön eingezäunt war, konnten wir Mercy gleich von der Leine lassen. Es war ein riesiges Grundstück, mit vielen Bäumen und 2 weitere Hunde (Galgo und Schäferhund) waren auch da.
Der kleine Jesús hatte sich sofort in Mercy verliebt. Zum Glück gibt es aber keine Kleinkinder dort, denn mit denen kann Mercy ja bekanntlich nicht so gut.



Hier hat Mercy so viel Auslauf wie sie will und genug Schatten ist dank der vielen Olivenbäume auch vorhanden.

Wir hatten, nachdem wir alles besichtigt hatten, keine Bedenken mehr Mercy dort zu lassen, auch wenn ich mir ehrlich gesagt ein bisschen wie die böse Stiefmutter vorkam.
Pepe bot uns auch an, Mercy mal wieder besuchen zu kommen, wenn sie sich eingewöhnt hat. Die Telefonnummern für Notfälle oder Rückfragen tauschten wir aus und übergaben auch all die Dokumente und Arztunterlagen von Mercy. Dann wurden noch die Übergabeformulare ausgefüllt, so dass Pepe dann auch als offizieller neuer Eigentümer von Mercy geführt werden kann.

Wir wünschen Mercy nun eine schöne Zeit in El Estrecho bei der neuen Familie und wenn wir sie mal besuchen fahren und es neue Fotos gibt, werde ich sie natürlich hier veröffentlichen.
Vielen lieben Dank an dieser Stelle nochmal an all die Leser und Follower für die tolle Unterstützung. Mercy- der Social Media Hund war echt ein spannendes und aufregendes Projekt, wir werden sie nie vergessen!

Tschüss, kleine Mercy!



Mercy - legal und offiziell

Man kann wirklich sagen: EIN WUNDER IST GESCHEHEN!
Am Abend des 30.05.2012 erreichte mich aus heiterem Himmel via facebook folgende Nachricht:
"Hallo Katja - hab mal eine Frage hast du die Mercy noch?? Meine Tochter würde sich brennend für sie interessieren, sie hat die Ausbildung für Hundeführer und ist Ausbilderin gewesen - sie ist diejenige, die ihren Malinois einschläfern lassen musste, da sie so schwer krank war[...]."
Das war die Nachricht, für die wir schon so lange gebetet hatten. Eine neue, kompetente, Malinois-erfahrene Besitzerin, die Mercy eine hundgerechte Umgebung bieten kann, sie zur Hundeschule bringt, ihre genug Auslauf und Beschäftigung bieten kann und wo Mercy nicht Gefahr läuft, erneut Stress mit einem anderen Haushund zu bekommen.
Nach Tagen intensiver Kommunikation zwischen Kiara (so heisst Mercys neues Frauchen), ihrer Mutter und uns, haben wir uns entschlossen Mercy soweit "fertig" zu machen, denn Mercy wird noch diesen Sommer die Reise nach Deutschland antreten. Das heisst: sie brauchte einen Chip, einen Hundepass und die nötigen Impfungen.
So machte ich für heute, den 5.6.2012 mit unserer Tierklinik in San Javier einen Termin für Mercy aus.

Ein guter Wachhund lässt auch beim Tierarzt niemals die Tür aus den Augen.
"Es ist 11:15 Uhr, Anselmo sollte mich bald holen kommen" - der Blick zum Behandlungsraum
Mercy kennt Anselmo schon, denn er kommt uns jeden Samstag besuchen, um  Deutsch zu lernen.
Anselmo machte den "Mercy-Gesundheitscheck" bevor er zu Chip und Spritze griff.
Bei Anselmo fühlt sich Mercy immer wohl, sie vertraut ihm offensichtlich voll und ganz - und wir ihm auch.


Alle Gelenke (Knie, Hüfte, Pfoten) in bestem Zustand




 
Herzschlag völlig ohne Befund. Super.

39,5ºC = kein Fieber
Mercy, schau mir in die Augen, Kleines!
Mercy hat den Durchblick, alles in Ordnung.
Praktikantin Violeta schaute auch im Behandlungsraum vorbei.
Die Ohren, speziell das Trommelfell, wurden untersucht - alles sauber und intakt.
Mercy ist aber auch ein liebes Tier, da sind sich alle einig, auch Violeta war ganz von ihr verzaubert.
Die Kombi-Impfung wird vorbereitet
Kein Zucken, kein Quietschen, für Mercy ist eine Spritze ein Klacks im Vergleich, was sie vorher schon durch machen musste.





Mercy wird gechipt




Der Chip wird getestet und funktioniert hervorragend!



Solch brave und liebe Patienten wünscht sich jeder Tierarzt.
Anselmo füllt den Hundepass aus, noch ist Mercy auf mich registriert, aber sobald sie in Deutschland ist, wird sie umgemeldet.


Die Rechnung für Pass, Chip und Impfung: 98€
Das Registrierungsformular für Mercy, in ein paar Wochen ist sie dann mit ihrer Nummer in der internationalen Datenbank zu finden.
Mercys Hundepass
Eine kleine Aufmerksamkeit für Mercy vom Personal der Tierklinik - vielen lieben Dank dafür!
Mercy hat sich den ersten Stick schon gut schmecken lassen.
Die letzten Wochen, bis sie Ende Juli oder Anfang August geholt werden kann, werden sicherlich schneller vergehen, als wir denken. Aber wir sind uns sicher: Auf Mercy wartet ein tolles, langes und erfülltes Leben, sie wird noch ganz viel lernen, ganz viel spielen und toben, sie wird weitere Herzen erobern und endlich das Leben leben, welches ihr ursprünglich nicht vergönnt zu sein schien. Doch mit eurer Hilfe und Unterstützung wird es bald das geben, was wir uns von Anfang an so sehr für Mercy wünschten: IHR GANZ EIGENES HAPPY END.

P.S. Ich habe schon mit den neuen Besitzern gesprochen, dass dieser Blog auch weiterhin mit Stories und Bildern von Mercy "gefüttert" wird, damit wir alle weiterhin noch ein bisschen an Mercys Leben teilhaben können. 

Alles neu, macht der Mai

Hier mal wieder eine kleine Zusammenfassung der letzten Wochen:
Mercy geht es soweit gut, in ihrem Wesen ist sie nun bedeutend ruhiger (oder sollte ich sagen fauler?), 
das chaotische Treiben in unserem Patio findet nur noch selten statt, Charly ist einfach kein williger Spielgefährte mehr für sie. Er will seine Ruhe und macht ihr unmissverständlich klar, wer hier der Hund im Hause ist. So kamen auch die 4 kleinen Narben auf Mercys Nase zustande, denn Charly hat mittlerweile keine Hemmungen mehr sie zu beissen (meistens in ihre Schnauze oder in ihre Beine), ihr Welpenschutz ist ja längst vorbei. 
Dass sie mal ganz ruhig nebeneinander liegen, ist wirklich eine grosse Ausnahme...und zum Glück hatte ich das Handy griffbereit.


Im Haus benimmt sie sich auch immer besser, es kommt eigentlich kaum noch vor, dass sie was kaputt macht. Das letzte "Opfer" war ein Osterei:
Wenn es die Zeit und das Wetter zulassen unternehmen wir gern mal einen kleinen Ausflug. Nachdem Mercy das Meer in Lo Pagán schon gesehen hatte, dachten wir, es sei nun Zeit, dass sie es auch mal erleben kann. So packten wir die beiden Wauwis in den Smart und los ging es nach San Pedro del Pinatar.
Am Strand angekommen dauerte es nicht lange, bis wir merkten, dass Mercy Angst vorm Meer hat. Wo andere Hunde freudig sich in die Wellen stürzen, sucht Mercy das Weite. Sowohl Rafael als auch ich versuchten sie mit Engelszungen dazu zu überreden, doch wenigstens mit den Pfoten ins Wasser zu kommen, was uns auch teilweise gelang.


Auch beim Besuch beim Schwiegerpapa in Aguilas benahm sich Mercy schon recht gut. Alle Pflanzen sind noch heil, die Erde ist nicht aufgebuddelt und sonst ging auch nichts zu Bruch. Da waren wir schon recht stolz auf Mercy, schliesslich kommt es ja nicht so oft vor, dass wir mit ihr zu für sie fremden Leuten gehen. 

Frühlingszeit ist ja bekanntlich auch Zeckenzeit. Trotz Zeckenhalsband brachten Mercy und Charly dann doch die ein oder andere unerwünschte Besucherin mit nach Hause. Bei der Gelegenheit schnitten wir Charly wieder das Fell, badeten beide Hunde und nachdem sie trocken waren, bekamen sie ©Exspot auf den Rücken geträufelt. Seitdem sind sie wieder zeckenfrei.

Charly in der Badewanne (Bei Mercy hatte Rafael leider vergessen ein Bild zu machen)

6 Handtücher später waren die Wauwis wieder halbwegs trocken. Gut, wenn man für solche Zwecke genügend alte Handtücher noch aufgehoben hat.



Am 4.Mai stand dann die 2. Revision von Mercy am Kalender. Beim ersten Kontrollröntgen im März hatte sich der Bruch ja noch nicht vollständig geschlossen.
Mercy erwartete wohl nichts Gutes, als sie aus dem Auto die Tierklinik sah.

Nach dem Wiegen (Mercy bringt nun 18,40kg auf die Waage, es sollte nun kaum noch mehr werden) wartete Mercy im Wartezimmer ganz geduldig auf Alfredo, der an jenem Tag die Röntgenbilder machen sollte. 
Zu meiner grossen Überraschung verhielt sich Mercy ganz ruhig, bellte die anderen Hunde nicht an, auch die Katze, die nur 2m weiter im Käfig sass, schien ihr heute völlig egal zu sein. Braves Mädchen!

Pünktlich um 11 Uhr wurde Mercy dann aufgerufen. Diesmal musste ich mit zum Röntgenraum, weil Mercy auf Biegen und Brechen nicht mit Alfredo mitgehen wollte. Als dann wenig später aber die Röntgenbilder fertig waren, war die Freude sowohl bei Alfredo als auch bei mir gross: 
ES IST ALLES VERHEILT, DER BRUCH IST GESCHLOSSEN!



hier noch der obligatorische Beleg für's Röntgen:

In Sachen Vermittlung von Mercy sind wir noch nicht viel weiter, der Tierarzt hat uns erlaubt bei ihm einen Aushang für Mercy zu machen, desweiteren werden wir noch weitere Institutionen sowohl in Deutschland als auch in Spanien anschreiben, ob man nicht doch ein passendes, neues zu Hause für Mercy finden könnte. 
Es sollte wenn möglich eine Einzelperson oder ein Pärchen sein, was keine Kinder hat, denn mit Kindern und Babys versteht sich Mercy leider nicht sonderlich gut. Genug Auslauf sollte gewährleistet sein und vor allem dürfen die Streicheleinheiten, die sie jeden Tag beständig einfordert, nicht zu kurz kommen. Sie ist ein guter Wachhund und aufmerksam, aber kein Kläffer. 
Wir bleiben am Ball und tun weiterhin unser bestes....drückt uns die Daumen, dass Mercy doch noch ihr Happy End bekommt, denn mit Charly gibt es auf Dauer nur noch mehr Narben und davon hat Mercy wirklich schon genug.
Also dann, bis zum nächsten Blogeintrag: Adiós aus San Cayetano!